So vermeiden Verbraucher Beitragssprünge

Was tun, wenn der Versicherer mehr Geld verlangt?Die Berufsunfähigkeitsversicherung könnte auch für Bestandskunden in den nächsten Jahren deutlich teurer werden. Das liegt an der knappen Beitragskalkulation der Versicherer. Unter Umständen steigen dann nicht nur die Beiträge für Neukunden, auch bereits Versicherten könnte eine Beitragsanpassung in Haus flattern. Wie können sich Verbraucher vor bösen Überraschungen schützen?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet einen wichtigen finanziellen Schutz, allerdings sind die Beiträge zur Absicherung abhängig von Alter, Gesundheitszustand und Beruf des Versicherten teilweise nicht gering. Die Versicherer versuchen dennoch, die Prämien für Kunden möglichst niedrig anzusetzen, damit sich mehr Interessierte für den Berufsunfähigkeitsschutz entscheiden. Dieser Preiskampf hat allerdings einen entscheidenden Nachteil. Da das Risiko von manchen Versicherern zu knapp bemessen wird, kann es zu erhöhten Kosten kommen, wenn mehr Menschen berufsunfähig werden und Leistungen in Anspruch nehmen als ursprünglich erwartet. Diese Kosten werden dann gegebenenfalls auf die Versicherten umgelegt. Die Folge: Höhere Beiträge.


Infobox: Wie kommen die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung zustande? Für wen empfiehlt sich die Absicherung? Und auf welche Vertragsbestandteile sollten Verbraucher besonders achten? Auf berufsunfaehigkeitsversicherungen.de wird die Berufsunfähigkeitsversicherung kurz und verständlich erklärt.

Finanzmärkte haben Einfluss auf die Berufsunfähigkeitsversicherung

Neben Fehlkalkulationen beim Risiko wirkt sich auch die derzeitige Niedrigzinsphase auf die Beitragsentwicklung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung aus. Denn die Versicherer erwirtschaften nun geringere Erträge, welche sonst mit den Prämien verrechnet werden. Dabei können die meisten Anbieter auch diese fehlenden Erträge ohne Probleme auf die Versicherten übertragen. Denn bei vielen Berufsunfähigkeitsversicherungen wird zwischen Brutto- und Nettobeitrag unterschieden. Der Bruttobeitrag stellt dabei die tatsächliche Prämienhöhe dar, die sich aus dem jeweiligen Berufsunfähigkeitsrisiko ergibt. Der Nettobeitrag ist hingegen meist deutlich geringer, da er sich auch anhand zukünftiger Beitragsermäßigungen durch die Beteiligung an Gewinnen und Überschüssen berechnet. Fallen diese Überschüsse aus, kann der Versicherer den Beitrag bis zur Höhe des Bruttobeitrags erhöhen.

Dauerhaft günstiger Tarif gesucht? Auch auf Bruttobeitrag achten

Versicherte sollten bei der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur die Nettobeiträge miteinander vergleichen, sondern überprüfen, wie sich die einzelnen Tarife hinsichtlich des Bruttobeitrags zueinander ausnehmen. Verbraucher, die sich gerne an den Tests von namenhaften Organisationen wie der Stiftung Warentest orientieren, sollten dabei beachten, dass die Tester beim Vergleich der Tarife häufig den Nettobeitrag zugrunde legen. Daraus ergeben sich zum Teil Testsieger, bei denen langfristig stark erhöhte Versicherungsbeiträge drohen. Wer sich hingegen zusätzlich mit den Bruttobeiträgen auseinandersetzt, weiß, welchen Beitragssteigerungen beim jeweiligen Tarif maximal möglich sind.