Berufsunfähigkeits­versicherung 2015: Frauenanteil nimmt weiter zu

Berufsunfähigkeitsversicherung bei Frauen immer relevanterImmer mehr Frauen versichern sich gegen Berufsunfähigkeit. Eine Untersuchung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft zeigt, dass die Anzahl der versicherten Frauen in den letzten fünf Jahren stetig zugenommen hat. Außerdem sind es immer mehr jüngere Frauen, die sich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden.

Fällt das Einkommen durch einen Unfall oder Krankheit plötzlich weg, sind Betroffene durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung gut abgesichert. Denn neben dem Gehalts- oder Lohnverlust kommen meist zusätzliche finanzielle Belastungen für beispielsweise Betreuung oder medizinische Kosten hinzu. Insbesondere junge Menschen ohne große finanzielle Rücklagen oder Alleinverdiener kann eine Berufsunfähigkeit finanziell ruinieren, sofern sie nicht ausreichend abgesichert sind. Jedoch versichern sich immer mehr Menschen für den Ernstfall. Allein im Jahr 2014 wurden knapp 450.000 Neuverträge für Berufsunfähigkeitsversicherungen abgeschlossen und es befanden sich „gut 17 Millionen Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen im Bestand der deutschen Lebensversicherer“, laut einer Studie des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zudem sichern immer mehr Frauen ihre Arbeitskraft durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Frauen sorgen früher vor als Männer

Die aktuelle Untersuchung zeigt, dass das Alter der Frauen, die eine BU Versicherung abschließen, knapp zwei Jahre unter dem Schnitt der Männer liegt. Denn das Eintrittsalter der weiblichen Versicherten beläuft sich bei Vertragsabschluss auf durchschnittlich 28 Jahren. Wohingegen viele Männer sich im Schnitt erst im Alter von 30 Jahren für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheiden. Trotz des unterschiedlichen Eintrittsalters versichern sich jedoch beide Geschlechter in der Regel bis zum 60. Lebensjahr. Dementsprechend besitzen Frauen einen längeren Versicherungsschutz als Männer.

Berufsunfähigkeit: Immer mehr Frauen sichern sich für den Ernstfall ab

Die Anzahl der weiblichen Versicherten, die sich gegen Berufsunfähigkeit absichern, steigt. Während es im Jahr 2010 noch 37 Prozent waren, stieg die Zahl bis 2015 auf 38 Prozent an. Zwar handelt es sich hier um eine prozentual geringe aber kontinuierliche Steigung. „Für den allmählichen, aber stetigen Anstieg sind mehrere Gründe denkbar. So sind heute mehr Frauen erwerbstätig als noch vor wenigen Jahren. Zudem dürfte es mehr Haushalte geben, in denen Frauen den wesentlichen Teil zum Einkommen beisteuern – damit ist auch die Notwendigkeit weiter gestiegen, das Einkommen gegen das Risiko einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit abzusichern“, erläutert Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung.

Positive Entwicklung: Vereinbarte Versicherungssumme steigt

Die Untersuchung der versicherten Jahresrente zeigt eine deutlich positive Entwicklung der vereinbarten Versicherungssumme in den letzten fünf Jahren. Während der Rentenanspruch bei Berufsunfähigkeit im Jahr 2005 noch bei knapp 8.260 Euro lag, stieg er bis 2014 auf 10.270 Euro an. Dabei wurden insgesamt 6,1 Millionen Erwerbs- beziehungsweise Berufsunfähigkeitsversicherungen untersucht. Dies entspricht etwa einem Drittel des gesamten Bestandes in Deutschland.