Berufsunfähigkeits­versicherung:
Wer braucht sie und warum?

Für jeden Erwerbstätigen ist zwar das Risiko unterschiedlich groß, berufsunfähig zu werden. Doch für alle gilt: Ohne Berufsunfähigkeitsversicherung droht ihnen im Ernstfall ein Leben am Rande der finanziellen Existenz. Zu gering ist die Hilfe vom Staat. Damit die Wahl der Versicherung auf den richtigen Versicherer fällt, sollten Verbraucher einige Punkte beachten.

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Vor dem Versicherungsabschluss: Auf diese Stolperfallen sollte man achten

Beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Interessierte einige wichtige Punkte beachten. So ist es beispielsweise empfehlenswert, dass der Vertrag bis zum Renteneintritt läuft. Wer eine Versicherung abschließt, die etwa nur bis zum 60. Lebensjahr leistet, der muss die restlichen Jahre bis zum Rentenbeginn finanziell überbrücken.

Der Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung ist mittlerweile fast bei jedem Versicherer Standard. Geraten Interessierte an eine Police mit abstrakter Verweisung, ist Vorsicht angebracht. Denn der Versicherer kann in diesem Fall Betroffene auf einen anderen Beruf verweisen, in dem er theoretisch noch arbeiten könnte. So umgeht der Anbieter unter Umständen, dass er die vereinbarten Leistungen erbringen muss.

Mit der Nachversicherungsgarantie regeln Erwerbstätige, dass sie die Rentenhöhe ihrer Versicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen können. Steht etwa Nachwuchs an, ist es durchaus sinnvoll, eine höhere Berufsunfähigkeitsrente zu vereinbaren, da die finanzielle Belastung durch ein Kind steigt.

Ebenso sollte auf den Verzicht der Anwendung des Paragrafen 19 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) geachtet werden. Andernfalls hat der Versicherer das Recht, die Beiträge für die Versicherung anzuheben oder den Vertrag zu kündigen, wenn die Anzeigepflicht bei der Antragsstellung verletzt wurde. Dies ist etwa der Fall, wenn Personen frühere Erkrankungen oder gefährliche Hobbys der Versicherung nicht mitteilen.

Versicherte können die Höhe ihrer Rente, die bei Berufsunfähigkeit ausgezahlt wird, selbst bestimmen. Wie hoch sie sein soll, hängt von individuellen Faktoren ab. Der Bund der Versicherten empfiehlt beispielsweise eine Höhe, die dem Betrag aller monatlichen Ausgaben abzüglich aller Einnahmen entspricht. Natürlich darf dabei das Arbeitseinkommen als Einnahme nicht berücksichtigt werden.

Interessierte sollten zudem eine Dynamik mit dem Versicherer vereinbaren. Mit ihr steigen die Beiträge in regelmäßigen Abständen und so auch die Rentenansprüche. Dies ist sinnvoll, um den Kaufkraftverlust beziehungsweise die Inflation auszugleichen.

Berufsunfähigkeit droht rund 40 Prozent der heute 20-Jährigen

Eigentlich muss an dieser Stelle kaum noch erklärt werden, warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig für jeden Erwerbstätigen ist. Allein die Fälle von Frührente, die durch psychische Erkrankungen bedingt sind, haben sich seit 2002 nahezu verdreifacht. Immer mehr besteht demnach nicht nur durch körperliche Krankheiten wie einen Bandscheibenvorfall die Gefahr, dass Personen ihren Job nicht weiter ausüben zu können. Zeitdruck, hohe seelische Belastung und Stress haben auch zunehmend Einfluss auf die Psyche und können zu Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen führen. So kommt es, dass mittlerweile jeder vierte Arbeitnehmer von Berufsunfähigkeit bedroht ist. 43 Prozent der heute 20-jährigen Männer und 38 Prozent der 20-jährigen Frauen werden bis zum 65. Lebensjahr berufsunfähig.

Eigene Vorsorge bei Berufsunfähigkeit treffen

Wer glaubt, als Arbeitnehmer über die Erwerbsminderungsrente gut abgesichert zu sein, täuscht sich. Zwar zahlt der Staat den Betroffenen, die in keinem Beruf mehr arbeiten können, je nach Dauer der täglich noch möglichen Arbeitsstunden eine Rente aus. Doch die entspricht bei weitem nicht dem, was man als Beschäftigter verdient hat. Aufgrund der geringen staatlichen Leistungen entsteht hier eine riesige Versorgungslücke, die nur mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung geschlossen werden kann. Schlimmer ergeht es Selbständigen und Freiberuflern, die in der Regel keine staatliche Unterstützung erhalten. Sie brauchen die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit besonders dringend.

Geringe staatliche Leistungen und strenge Voraussetzungen

Die Leistungen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit teilt sich in zwei Formen auf. Können Betroffene weniger als drei Stunden am Tag arbeiten, erhalten sie eine volle Erwerbsminderungsrente. Wer drei bis sechs Stunden arbeiten kann, erhält nur ein Altersgeld wegen teilweiser Erwerbsminderung. Wie hoch die Rente ist, lässt sich pauschal nur schwer sagen. Im Jahr 2011 lag die durchschnittliche Rentenhöhe bei einer vollen Erwerbsminderung bei 634 Euro im Monat, berichtet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

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Versicherungsschutz mit weiterer Versicherung kombinieren

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann auch als Kombivertrag mit einer weiteren Versicherung abgeschlossen werden. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Diese kann beispielsweise an eine Risiko- oder Kapitallebensversicherung oder Rürup-Rente gekoppelt werden. In der Regel sollten Verbraucher jedoch bei solchen Kombiverträgen vorsichtig sein. Können etwa die Beiträge nicht mehr gezahlt werden, bleibt der Versicherungsschutz schnell auf der Strecke. Daher raten Experten dazu, die Absicherung der Arbeitskraft und die private Altersvorsorge besser zu trennen.

BU-Versicherung wird seit 2014 staatlich gefördert, aber…

Seit 2014 wird der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung staatlich gefördert. Die Beiträge können in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Vertrag nicht nur den Schutz gegen Berufsunfähigkeit vorsieht, sondern auch die monatliche Zahlung einer Rente im Rentenalter. Ungeförderte Versicherungen zahlen eine BU-Rente nur bis zum Vertragsende. Die geförderten Verträge sollen hingegen auch im Ruhestand leisten. Experten kritisieren jedoch, dass die Berufsunfähigkeitsversicherungen durch diese zusätzliche Leistung sehr teuer werden. Zudem wird die Altersrente nur berufsunfähigen Versicherten gezahlt.

Geprüfte Qualität

gepruefte-qualitaet-siegelUnser Angebot wird seit 2004 stetig verbessert.

Zitat

"Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung gehört zu den wichtigen Versicherungen, die jeder haben sollte. Sie bewahrt vor dem finanziellen Absturz, wenn jemand [...] nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann."

- Stiftung Warentest -

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